Linksextremismus in Geschichte und Gegenwart

Projektbesschreibung

Die Gedenkstätte in der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in Berlin-Hohenschönhausen setzt sich seit Jahren nicht nur mit dem historischen Kommunismus, sondern auch mit aktuellen Formen des linken Extremismus auseinander. 2020 startete das aktuelle Projekt „Linken Extremismus überzeugend kontern können – Schulung im Umgang mit gefährdeten Jugendlichen“. Es wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Das Projekt richtet sich sowohl an junge Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren als auch an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit Zugang zu Jugendlichen.

Informationsflyer zum Projekt

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Kontakt

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Projekt „Linker Extremismus“

Tel.: 030 / 98 60 82-411 und -418

E-Mail: bildungsarbeit2[at]stiftung-hsh.de

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  • Seminarangebote

    Seminarangebote

    Wir bieten kostenlose Seminare & Projekttage an, die in der Regel aus einem Grundlagenseminar und Vertiefungseinheiten bestehen. Vor Ort beinhalten diese zudem eine Führung durch die ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt. Sie finden unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen statt. Nach Absprache können Workshops auch bundesweit an Bildungseinrichtungen durchgeführt werden.

    Einige unserer Seminare sind auch online buchbar. Unser aktuelles Online-Angebot finden sie hier.

    Die Teilnehmenden erschließen sich das jeweilige Thema in Gruppenarbeiten, Diskussionen oder Rollenspielen. Auf Wunsch stellen wir Lehrkräften eine Handreichung zur Vor- und Nachbereitung als PDF zur Verfügung. Die Seminare sind gut in die Unterrichtsfächer Geschichte, Sozialkunde, Politik sowie Ethik integrierbar.

    Für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren bieten wir thematisch-methodische Fortbildungen an. Gerne stellen wir Ihnen ein auf Ihre Bedürfnisse angepasstes Seminarangebot zusammen.


    Grundlagenseminar

    Das Grundlagenseminar kann beliebig mit Vertiefungseinheiten kombiniert werden.

    Linksextremismus – Was ist das? (90 Min.)

    Das Seminar bietet eine Einführung in das Thema Linksextremismus. Es befasst sich mit dessen historischen Wurzeln, ideologischen Strömungen und aktuellen Erscheinungsformen. Die Teilnehmenden sollen dazu befähigt werden, dogmatische und teils gewaltorientierte Weltbilder zu erkennen sowie demokratische und pluralistisch-diskursive Problemlösungen zu erarbeiten.


    Vertiefungseinheiten

    Die DDR – Soziales Paradies oder Unrechtsstaat? (90 Min.)

    Vollbeschäftigung, Gleichberechtigung, soziale Sicherheit – bis heute betrachten einige die DDR rückblickend als soziales Paradies. Dabei wird leicht übersehen, dass das sozialistische System eine totalitäre Diktatur ohne wirkliche demokratische Mitbestimmung war und Andersdenkende verfolgte. In dem für Jugendliche konzipierten historischen Seminar wird auch auf Grundrechte der pluralistischen Demokratie eingegangen.

    Freiheit im Sozialismus? Die DDR und die Menschenrechte (90 Min.)

    Das Seminar beleuchtet Menschenrechtsfragen aus historischer Perspektive am Beispiel der DDR in den 1970er und 1980er Jahren. Es soll ein Bewusstsein für die Bedeutung von Menschenrechten und Demokratie unter gleichzeitiger Vergegenwärtigung der Ideologie und Wirkmechanismen der kommunistischen Staatsführung geschaffen werden. Mit Rückbezug auf die Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird exemplarisch aufgezeigt, wie sich das Leben und der Alltag für die Bürgerinnen und Bürger in der DDR gestaltete, die auf ihr Recht auf Meinungsfreiheit bestanden, sich ihre eigenen Freiräume schaffen oder die DDR verlassen wollten.

    Die Rote Armee Fraktion (RAF) – Terror für die Befreiung? (90 Min.)

    Vielen Menschen ist heute nicht mehr bekannt, dass es in den 1970er Jahren marxistische Gruppen gab, die mit Terroranschlägen eine kommunistische Revolution anstrebten, darunter die Rote Armee Fraktion (RAF). Mit Überfällen, Brandstiftungen, Erpressungen, Entführungen und Attentaten wollten sie das so genannte Schweinesystem beseitigen. Im Seminar analysieren die Teilnehmenden anhand von Filmen, Texten und Interviews die Motive und Methoden der RAF und fragen danach, wieso deren Ansichten und Aktivitäten immer wieder eine gewisse Faszination ausüben.

    „No capitalism!“ – Leben ohne Marktwirtschaft? (90 Min.)

    Der Linksextremismus will den „Kapitalismus“ militant überwinden. Doch was bedeutet das konkret? Stimmt es, dass für Armut, Unterentwicklung, Klimawandel und sogar Faschismus vor allem der freie Warenhandel und Kapitalaustausch verantwortlich sind? Das Seminar beschäftigt sich mit Fragen extremistischer und nichtextremistischer Kapitalismuskritik. Die Teilnehmenden diskutieren, ob die verschiedenen Formen der Marktwirtschaft die Ursache der genannten Probleme sind. An welcher Stelle sind eventuell Fehlentwicklungen zu beobachten und inwiefern ist die sozialistische Planwirtschaft eine Alternative?

    „Antifa heißt Angriff“ – mit Gewalt gegen Rechtsextremismus? (90 Min.)

    Jeder Demokrat ist Antifaschist! Aber ist jeder Antifaschist auch Demokrat? Der „Kampf gegen rechts“ zählt zu den Hauptaktionsfeldern linksextremistischer Gruppen. Aus ihrer Sicht rechtfertigt dieser Kampf nicht nur tatsächliche oder vermeintliche Rechtsextremistinnen und Rechtsextremisten zu bedrohen und anzugreifen. Auch Polizeibeamte, die das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit schützen, werden oft gewaltsam bekämpft. Das Seminar befasst sich kritisch mit Theorie und Praxis einiger Vertreterinnen und Vertreter der „Antifaschistischen Aktion“ und diskutiert Alternativen dazu.

    Ein antifaschistischer Staat? Ideologie der DDR und ihr Umgang mit Rechtsextremismus

    (2 x 90 Min.)

    Antifaschismus war Staatsdoktrin und identitätsstiftender Gründungsmythos der DDR. Offiziell hieß es, dass Faschismus und Antisemitismus „mit Stumpf und Stiel ausgerottet” seien. Die Realität hinter dem propagandistischen Selbstverständnis sah jedoch oftmals anders aus. Vor allem in den 1980er Jahren bildete sich unter Jugendlichen eine deutlich wahrnehmbare rechtsextreme Subkultur heraus. Doch wie war der offizielle Umgang seitens der SED-Führung mit solchen Entwicklungen? Wie beeinflussten die ideologischen und strukturellen Grundlagen der DDR die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus? Im Seminar wird diesen Fragen anhand von mehreren Fallbeispielen nachgegangen. Auf diese Weise schärfen die Teilnehmenden ihr Bewusstsein für Erscheinungsformen, Strategien sowie die historische Dimension von Rechtsextremismus und Totalitarismus im Allgemeinen.

    Antisemitismus und Verschwörungstheorien (2 x 90 Min.)

    Für junge Erwachsene aber auch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren hat das Projektteam ein in zwei Blöcken durchführbares Seminar zu Antisemitismus und Verschwörungstheorien entwickelt. Darin wird nicht nur verschiedenen traditionellen antijudaistischen bzw. antisemitischen Zerrbildern und ihren historischen Ursprungskontexten nachgespürt. Es wird auch aufgezeigt, dass antisemitische Narrative kein Alleinstellungsmerkmal rechtsextremistischen Verschwörungsdenkens darstellen, sondern bspw. auch in den realsozialistischen Staaten reproduziert wurden.

  • Jugendbildungswoche 2022

    Jugendbildungswoche 2022

    Für unsere diesjährige Jugendbildungswoche suchen wir interessierte Teilnehmende.

    Thema: „Argumentieren im Umgang mit linkem Extremismus“

    Wann? 29. August bis 02. September 2022, jeweils ganztägig inkl. An- und Abreise

    Wo? Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

    Wer? Junge Menschen von 16 bis 27 Jahren, die in der Jugend- und Bildungsarbeit aktiv sind

    Max. Teilnehmerzahl: 20 Personen

    Teilnahmegebühr: kostenlos; Reisekosten werden übernommen, Unterkunft und Verpflegung wird gestellt

    Anmeldung für die Jugendbildungswoche

    Anmeldeschluss: 15. Juli 2022

    Inhalte:

    - Kennenlernen des historischen Ortes der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen

    - Rundgang durch die Gedenkstätte und Gespräch mit einem Zeitzeugen

    - Einblicke in Handlungsfelder und Kontroversen rund um das Phänomen „Linker Extremismus“

    - Durchführung einer Kiez-Exkursion an Brennpunkte linker Militanz

    - Diskussionen mit Expert*innen aus Politik und Gesellschaft

    - Debattierfähigkeit erproben

    Vor Ort führen die Projektmitarbeitenden die Veranstaltung durch. Für Rückfragen und Anmeldungen wenden Sie sich bitte an das Projektteam „Linker Extremismus“.

    Informationsflyer zur Jugendbildungswoche 2022

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