10.8.2018 | Vorankündigung

Heike Villa
Im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit erfahren Besucher, wie politische Haft in der SED-Diktatur funktionierte. Im unterirdischen Küchentrakt mit den Schlaf- und Aufenthaltsräumen und den sanitären Anlagen soll davon ein Bild entstehen. Ein Gefangenentransporter der Deutschen Reichsbahn, der "Grotewohl-Express", das Haftkrankenhaus sowie das NS-Archiv der Stasi können besichtigt werden.

Tag des offenen Denkmals 2018

Entdecken, was uns verbindet

Sonderführungen

8. und 9. September 2018, 10.00 bis 16.00 Uhr

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Genslerstraße 66, 13055 Berlin

PROGRAMM

Das NS-Archiv der Stasi

In Kooperation mit Christof Schubert Architekten

Freienwalder Str. 17, 13055 Berlin

10.00 bis 15.00 Uhr, zu jeder vollen Stunde

Dauer: 60 Minuten

Historiker und Architekten führen durch das einst prachtvolle Wohn- und Geschäftshaus in der Freienwalder Str. 17, das die DDR-Machthaber für ihre Zwecke missbrauchten. Der Maschinen-Fabrikant Richard Heike ließ das Gebäude 1910 errichten. Nachbauten dorischer Säulen bezeugen noch immer den früheren Prunk der Villa. Während das Erdgeschoss als Verkaufsfläche diente, wohnte der Industrielle mit seiner Familie in der dritten Etage. Das seit Mitte der 90er Jahre leer stehende Gebäude steht unter Denkmalschutz und wird momentan zu einem Büro- und Atelierhaus umgebaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erschossen Soldaten der Roten Armee den Geschäftsmann, seine Haushälterin und einen Freund der Familie. Die sowjetische Geheimpolizei beschlagnahmte das Haus und nutzte es fortan als ihre Berliner Zentrale und als Gefängnis. 1951 zog das Ministerium für Staatssicherheit ein und richtete hier sein zentrales NS-Archiv ein. Die aus der ganzen DDR eingezogenen NS-Dokumente dienten der Stasi als Belastungsmaterial. Bis 1989 konnte kein Besucher das Gebäude betreten – jetzt kann es ein Wochenende lang besichtigt werden.

Das Stasi-Gefängnis

10.00 bis 16.00 Uhr, zu jeder vollen Stunde

Dauer: 90 Minuten

Ehemalige Häftlinge und Historiker führen die Besucher durch die frühere Untersuchungshaftanstalt des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Der Rundgang führt durch die original erhaltenen Zellen, Verhörzimmer und Freiganghöfe, die seit 1992 unter Denkmalschutz stehen.

Die Unterwelten der Stasi

11.30 Uhr

Dauer: 90 Minuten

Die Sonderführung umfasst sonst unzugängliche Bereiche: die Gefängnisküche, die komfortable Sauna für die Wärter und den Trakt für das Arbeitskommando aus männlichen Strafgefangenen. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr.

Haftkrankenhaus und Grotewohl-Express

14.30 Uhr

Dauer: 90 Minuten

Zum denkmalgeschützten Areal des ehemaligen Stasi-Gefängnisses gehört auch ein Krankenhaus, in dem schwer kranke oder verletzte Häftlinge inhaftiert wurden. Das Gebäude und sein gespenstisches Interieur sind fast vollständig erhalten – vom Operationssaal bis zum gynäkologischen Behandlungsstuhl. Die Führung umfasst auch das letzte erhaltene Exemplar eines Gefangenentransportwaggons der Deutschen Reichsbahn – der so genannte „Grotewohl-Express“, benannt nach dem früheren DDR-Ministerpräsidenten Otto Grotewohl.

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt.

Die Führungen sind kostenlos, Voraussetzung ist eine Anmeldung unter veranstaltungen [at] stiftung-hsh.de bis zum 7. September 2018.