20.9.2018 |
Gedenkstätte prüft Sexismus-Vorwürfe

Knabe: „Belästigung am Arbeitsplatz ist ein absolutes No-Go“

Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat betroffen auf Berichte reagiert, dass es in der Einrichtung zu sexuellen Belästigungen gekommen sei. „Ich bin entsetzt, wenn ich höre, dass sich Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte von meinem Stellvertreter bedrängt gefühlt haben. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist ein absolutes No-Go. Die Vorwürfe müssen ohne Ansehen der Person geprüft und, wenn sie sich bestätigen, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geahndet werden.“

Der Stiftungsrat der Gedenkstätte werde sich deshalb am 25. September 2018 in einer Sondersitzung mit den Vorwürfen befassen und diese bewerten. Er werde auch darüber entscheiden, welche Konsequenzen daraus gezogen würden.

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hat am Donnerstag (20.09.) berichtet, mehrere Mitarbeiterinnen hätten sich über Belästigungen durch den stellvertretenden Direktor der Gedenkstätte, Helmuth Frauendorfer, beklagt. Dessen Anwalt hat nach Angaben des Senders Fehlverhalten und Mangel an Sensibilität eingeräumt, aber betont, das abgestellt zu haben, nachdem er vor gut zwei Jahren vom Direktor der Gedenkstätte darauf angesprochen worden sei.

Knabe betonte, die Gedenkstätte hätte erst am Montag durch eine Anfrage des rbb erfahren, worüber sich die Mitarbeiterinnen konkret beschwert hätten. „Ich bedaure sehr, dass sich die Mitarbeiterinnen weder an den Personalrat noch an die Leitung der Gedenkstätte gewandt haben.“

Knabe versicherte, die Gedenkstätte werde dafür Sorge tragen, dass aus den Vorwürfen alle notwendigen Konsequenzen gezogen würden. Bereits im April 2018 habe er Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, als er von den anonymen Beschwerden gehört hätte. Das Ermittlungsverfahren sei im August eingestellt worden, da laut Staatsanwaltschaft der für eine Anklageerhebung erforderliche hinreichende Tatverdacht nicht gegeben sei. Neben strafrechtlichen und personalrechtlichen Fragen ginge es aber auch um Vorbeugung und Aufklärung. Aus diesem Grunde habe er mit dem Personalrat eine Dienstvereinbarung zum Beschäftigtenschutz und respektvollen Umgang am Arbeitsplatz abgeschlossen und eine Anti-Diskriminierungsbeauftragte ernannt.

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


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