20.7.2018 |
Gedenkstätte erarbeitet DDR-Opferregister

Forschungsverbund erhält 5,3 Mio Euro vom Bund

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen wird ab Ende 2018 ein Register mit den Namen aller Opfer des Kommunismus in Deutschland erarbeiten. Vorbild ist die Datenbank der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem, in der die Opfer des Holocaust namentlich verzeichnet werden. Die Gedenkstätte will damit erstmals gesicherte Daten über die Zahl der politisch Verfolgten in der DDR erheben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben voraussichtlich mit 5,3 Mio Euro.

Die Gedenkstätte arbeitet bei ihren Recherchen eng mit der Berliner Humboldt-Universität sowie sieben weiteren Universitäten und Gedenkstätten zusammen. Zu diesem Zweck wird ein „Forschungsverbund zur Erfassung und Analyse der politischen Repression in SBZ und DDR“ gegründet. Koordinator ist Prof. Jörg Baberowski vom Lehrstuhl für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin. Am heutigen Freitag (20.07.) kommen die Mitglieder des Verbundes erstmals zu einer Beratung zusammen.

Der Verbund soll untersuchen, wie viele Menschen in Ostdeutschland aus politischen Gründen inhaftiert, deportiert oder getötet wurden. Dabei sollen nicht nur die Namen und Daten der Verfolgten erfasst, sondern, soweit möglich, auch Biografien, Fotos, Schlüsseldokumente und Zeitzeugeninterviews gesammelt werden. In mehreren wissenschaftlichen Studien werden zudem die Gründe und Spätfolgen politischer Repression in der DDR erforscht. Nach Angaben der Gedenkstätte gibt es bis heute nur grobe Schätzungen über die Zahl der der politisch Verfolgten in Ostdeutschland.

Das BMBF fördert insgesamt 14 Forschungsverbünde zur Geschichte des SED-Staates. Die Ausgaben dafür belaufen sich in den nächsten vier Jahren auf rund 40 Millionen Euro. Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen soll davon 1,4 Millionen Euro erhalten. Durch das Programm soll die DDR-Forschung auch an den Hochschulen besser verankert werden. Über die beteiligten Gedenkstätten sollen die Forschungsergebnisse zugleich an eine breite Öffentlichkeit weitervermittelt werden.

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


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