10.11.2017 | Politische Haft in der DDR und im Russland von heute

Diskussion mit russischen Menschrechtsaktivisten

Der Strafvollzug im heutigen Russland und in der DDR ist Thema einer ungewöhnlichen Veranstaltung der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Drei ehemalige politische Häftlinge aus Russland treffen am kommenden Mittwoch (15.11., 18 Uhr) in der Stiftung Aufarbeitung auf drei DDR-Zeitzeugen. Die Kooperationsveranstaltung der Gedenkstätte, der russischen NGO „Russland hinter Gittern“ und der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit findet in Anwesenheit der Menschenrechtsaktivistin Olga Romanowa statt.

Romanowa, Gründerin des Vereins „Russland hinter Gittern“, ist wegen ihres Kampfes gegen Willkür im russischen Strafvollzug im Visier der Ermittler und befindet sich seit mehreren Wochen in Deutschland. Bei einer Rückkehr nach Russland befürchtet sie, verhaftet zu werden. Der Verein kritisiert Russlands willkürliches Rechtssystem und bietet Häftlingen und ihren Angehörigen praktische, finanzielle sowie rechtliche Unterstützung. Seit Jahren schränkt Präsident Putin die Rechte nicht-staatlicher Organisationen ein und wirft ihnen Agententätigkeit vor.

Andrey Barabanow, Daniil Konstantinow und Alexey Koslow sind Teil einer Gruppe von ehemaligen politischen Häftlingen, die drei Tage in Berlin über ihre Hafterfahrungen im Strafvollzug sprechen werden. Andrey Barabanow wurde nach einer politischen Demonstration im Mai 2012 festgenommen und im Rahmen der so genannten Bolotnaja-Prozesse zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Jurist und Menschenrechtler Daniil Konstantinow wurde wegen seines politischen Engagements in der Opposition verhaftet und gefoltert. Heute lebt er im Exil in Litauen. Alexey Koslow, Ehemann von Olga Romanowa, war mehrere Jahre wegen seiner Arbeit für „Russland hinter Gittern“ in Haft.

Termin: Mittwoch, 15. November 2017, 18 Uhr

Ort: Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstr. 5, 10117 Berlin

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


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