15.6.2017 | Gedenkstätte erinnert an DDR-Volksaufstand

Sonderführungen durch Kellergefängnis der Stasi

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen erinnert am Samstag (17. Juni) an den erfolglosen Arbeiteraufstand in Ostdeutschland vor 64 Jahren. Zusammen mit dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen veranstaltet sie auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße einen Aktionstag mit Diskussionen und Führungen.

Ein Shuttle-Bus fährt von dort um 16.30, 17.30 und 18.30 Uhr zum früheren Kellergefängnis der Stasi, in dem zahlreiche Aufständische inhaftiert worden waren. Die Besichtigung des Gefängnisses ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Während des Aktionstages finden im Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale zahlreiche Vorträge, Gespräche, Filmvorführungen und Führungen statt. Auch zwei originale DDR-Gefangenentransporter können dort besichtigt werden. Der Mitarbeiter der Stasi-Unterlagen-Behörde Christian Booß stellt seine neue Studie über Rechtsanwälte in der DDR vor, die unter anderem die Beziehungen zwischen dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, und dem DDR-Staatssicherheitsdienst behandelt.

Am 17. Juni 1953 protestierte in Ostdeutschland rund eine Million Menschen gegen das kommunistische SED-Regime. Sie forderten den Rücktritt der Regierung, freie Wahlen und die Einheit Deutschlands. Sowjetische Truppen schlugen den Aufstand gewaltsam nieder. Im Zuge der anschließenden Massenverhaftungen wurden 350 Menschen in das Kellergefängnis der Stasi in Berlin-Hohenschönhausen gesperrt. Ein Teil von ihnen musste im Freien übernachten, da die mehr als 60 Zellen völlig überfüllt waren.

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


Download der Pressemitteilung