12.12.2017 | Deutscher Reporterpreis für Stasi-Film

Virtuelle Reise ins Gefängnis Hohenschönhausen

Der 360-Grad-Film „Was wollten sie in Berlin?“ hat gestern Abend (11.12.) den Deutschen Reporterpreis 2017 in der Kategorie Web-Video gewonnen. Der Kurzfilm ermöglicht dem Zuschauer eine virtuelle Reise in das Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen. Er schlüpft dabei in die Rolle eines Häftlings, der vom Staatssicherheitsdienst festgenommen und verhört wird.

In dem Film trifft er auf Wachmänner, Vernehmer und Zellenspitzel, die von Schauspielern dargestellt werden. Verhöre und Schikanen der Stasi werden dadurch auch für jüngere Menschen nachvollziehbar.

Der Film basiert auf dem Buch „Vernehmungsprotokolle“. Der DDR-Schriftsteller Jürgen Fuchs veröffentlichte es 1977 unmittelbar nach seiner Freilassung aus der Haft. Die Autoren Michael Ginsburg, Martin Heller und Christiane Wittenbecher haben außerdem mit zahlreichen Zeitzeugen gesprochen, um die Haftabläufe möglichst genau zu rekonstruieren. Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen hat das Projekt unterstützt. Der Schauspieler Udo Schenk, der in dem Film einen Vernehmer spielt, hat kostenlos mitgewirkt.

Seit 2009 vergibt das Reporter-Forum den Deutschen Reporterpreis, einen Preis von Journalisten für Journalisten. Er wird in acht Kategorien verliehen, unter anderem Wissenschafts- und Kulturreportage, Investigation, Multimedia und Web-Video. Die Jury ist zu gleichen Teilen mit preisgekrönten Reportern und prominenten Publizisten und Autoren besetzt.

Kontakt:
André Kockisch, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Telefon: 030 / 98 60 82-413
E-Mail: a.kockisch@stiftung-hsh.de


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