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Internet-Kunstaktion in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Ehemaliger Stasi-Häftling kehrt für eine Woche in Zelle zurück
Permanenter Livestream aus der Zelle unter www.stasi-live-haft.de
Aufgrund der emotionalen Belastung, die das erneute Erleben der Zelle für Carl-Wolfgang Holzapfel bedeutete, sah er sich dazu gezwungen, die Kunstaktion trotz der großen Resonanz abzubrechen. Herr Holzapfel und Frau Vu bedauern das verfrühte Ende des Projekts, bitten um Verständnis und möchten sich bei allen Besuchern und Unterstützern bedanken.
Eine Internet-Kunstaktion nach einer Idee von Franziska Vu und Carl-Wolfgang Holzapfel ist vom 29. Oktober bis 5. November 2009 zu Gast in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Der ehemalige Stasi-Häftling Holzapfel kehrt für sieben Tage wieder in eine Zelle der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der DDR-Staatssicherheit zurück und wird während dieser Zeit rund um die Uhr von einer Webcam gefilmt. Der Livestream kann unter www.stasi-live-haft.de im Internet verfolgt werden. Die Künstler wollen mit dieser Aktion verstärkt auf die Opfer der SED-Diktatur und deren Unterdrückung durch die Stasi aufmerksam machen.
Bild: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Die renommierte Fotokünstlerin Franziska Vu beschäftigte sich bereits in der Vergangenheit intensiv mit dem Thema Stasi-Haft. Die Idee zu dieser Aktion entstand bei Vu während ihres Fotoprojekts "Inhaftiert", eine künstlerische Umsetzung über Häftlinge in Hohenschönhausen und deren Haftbedingungen. Sie dokumentiert die Kunstaktion darüber hinaus im Rahmen einer Fotoserie. „24/7 Stasi-Live-Haft soll aufrütteln und vor allem junge Menschen dazu anregen, sich im 20. Jubiläumsjahr des Mauerfalls auch mit den Schattenseiten der DDR zu befassen“, so Vu.
Carl-Wolfgang Holzapfel war nach einer Demonstration für die Freilassung der politischen Gefangenen in der DDR im Oktober 1965 am Checkpoint Charlie verhaftet und nach Hohenschönhausen verbracht worden. Dort war er vor und nach seiner Verurteilung zu acht Jahren Zuchthaus insgesamt neun Monate in Einzelhaft. Er prangerte bereits während der Zeit der Berliner Mauer mit zahlreichen Aktionen die Unterdrückung der Menschen in Ostdeutschland an. Zuletzt legte er sich am 13. August 1989 quer über die weiße Linie am Checkpoint Charlie und sorgte mit der über dreistündigen Aktion weltweit für Schlagzeilen.
Historische Häftlingskleidung und feste Essenszeiten in der Zelle sollen den Haftalltag so realitätsgetreu wie möglich wiedergeben. Dazu gehört auch, dass Holzapfel tagsüber sein Gefängnisbett nicht benutzen darf. | Zurück zur Übersicht
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