Linksextremismus in Geschichte und Gegenwart

Trailer LEX

Zum Trailer auf der Website des Projekts "Demokratie leben"

Kostenloses Seminarangebot für Jugendliche

Die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen möchte dazu anregen, sich nicht nur mit der DDR, sondern auch mit aktuellen Formen des Linksextremismus auseinanderzusetzen. Dazu bietet sie kostenlose Seminare für Schüler und Jugendliche ab 16 Jahren an. Sie werden in der Gedenkstätte sowie in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland durchgeführt. Finden die Seminare in der Gedenkstätte statt, kann eine Führung durch das ehemalige Stasi-Gefängnis kostenfrei dazu gebucht werden.

Die Themen der Seminare können selbst zusammengestellt werden. Aus der nachfolgenden Übersicht können dazu verschiedene Themeneinheiten à 90 Minuten ausgewählt werden. Die Teilnehmer erschließen sich das jeweilige Thema in Rollenspielen, Gruppenarbeiten und Diskussionen. Dabei kommen neueste Medien wie Tablets oder ein 360-Grad-Film zum Einsatz.

Einführungseminar (90 Minuten)

Linksextremismus – Was ist das?

Das Seminar bietet eine Einführung in das Thema Linksextremismus. Es befasst sich mit seinen historischen Wurzeln, ideologischen Strömungen und aktuellen Erscheinungsformen. Dabei wird herausgearbeitet, wo politische Kritik in Extremismus umschlägt. Das Einführungsseminar kann um folgende Vertiefungseinheiten ergänzt werden.

Vertiefungseinheiten (je 90 Minuten)

Der Kommunismus – Eine gute Idee?

Kommunismus ist für manche bis heute der Traum von einer besseren Gesellschaft. Dabei endeten alle Versuche, ihn umzusetzen, in Diktatur und Verfolgung. Waren widrige Umstände oder falsche Führer dafür verantwortlich? Oder ist die Gewalt bereits in der Idee angelegt? Das Seminar beschäftigt sich kritisch mit den Vorstellungen von Marx, Engels und Lenin und der Utopie sozialer Gleichheit.

Die DDR – Soziales Paradies oder Unrechtsstaat?

Vollbeschäftigung, Gleichberechtigung, soziale Gleichheit – bis heute sehen manche in der DDR ein soziales Paradies. Dabei wird nicht nur vergessen, dass das sozialistische System eine brutale Diktatur war. Auch die vermeintlichen Vorzüge der DDR entpuppen sich bei näherer Betrachtung meist als Mythos. Das Seminar analysiert das Herrschaftssystem der SED und beschäftigt sich mit dem Alltag der Menschen in der DDR.

„Revolutionäre Gewalt“ – Ein Weg zu einer besseren Gesellschaft?

Von Anbeginn hielten linksextremistische Bewegungen Gewalt für notwendig, um ihre politischen Ziele durchzusetzen. Ohne revolutionäre Machtergreifung und Unterdrückung der vormals Herrschenden sei eine bessere Gesellschaft nicht zu errichten. Das Seminar befasst sich mit linker Militanz in Geschichte und Gegenwart und fragt nach deren Folgen. Dabei kommt auch ein 360-Grad-Film über den G20-Gipfel in Hamburg zum Einsatz.

Die Rote Armee Fraktion (RAF) – Terror für die Befreiung?

Der Islamismus hat den Terror zum Programm erhoben. Doch in der Bundesrepublik gab es in den 1970er Jahren auch einen Terror von links. Von Bedeutung war vor allem die Rote Armee Fraktion (RAF), die mit Überfällen, Brandstiftungen, Erpressungen, Entführungen und Morden das „Schweinesystem“ beseitigen wollte. Mit Filmen, Texten und Interviews widmet sich das Seminar der RAF, die die Nachkriegsgeschichte Deutschlands maßgeblich mitgeprägt hat.

„No capitalism!“ – Leben ohne Marktwirtschaft?

Linksextreme wollen den „Kapitalismus“ überwinden. Aber was bedeutet das konkret? Und stimmt es, dass für Armut, Unterentwicklung oder Klimawandel vor allem der freie Austausch von Kapital und Waren verantwortlich ist? Das Seminar setzt sich mit linksextremer Kapitalismuskritik auseinander. Die Teilnehmer diskutieren, ob Marktwirtschaft tatsächlich Ursache der Probleme ist und ob Staatskontrolle oder Planwirtschaft eine Alternative zu ihr darstellen. Dabei werden auch die Grundprinzipien der sozialen Marktwirtschaft herausgearbeitet.

„Antifa heißt Angriff“ – mit Gewalt gegen Rechtsextremismus?

Der „Kampf gegen rechts“ zählt zu den Hauptaktionsfeldern linksextremistischer Gruppierungen. Aus ihrer Sicht rechtfertigt dieser nicht nur, Vertreter anderer politischer Ansichten zu bedrohen oder gewaltsam gegen sie vorzugehen. Auch Polizeibeamte, die das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit schützen, werden oft mit Gewalt bekämpft. Das Seminar befasst sich kritisch mit Theorie und Praxis der „Antifaschistischen Aktion“ und diskutiert Alternativen dazu.

Die Linke – eine extremistische Partei?

Laut ihrem Programm kämpft die Partei Die Linke für einen „Systemwechsel“. Anstelle des Kapitalismus will sie ein neues Wirtschafts- und Gesellschaftssystem errichten – den „demokratischen Sozialismus“. In ihren Reihen finden sich sowohl Anhänger sozialer Reformen als auch Mitglieder linksextremistischer Zusammenschlüsse. Das Seminar befasst sich mit Geschichte, Personal und Programmatik der ehemaligen Diktaturpartei der DDR, die heute Die Linke heißt.

Linksextremismus heute – Zeitzeugen berichten

Nichts ist so spannend wie die Begegnung mit Zeitzeugen: Polizisten, die gewalttätigen Demonstranten gegenüberstanden, Gewerbetreibende, die Opfer linksextremistischer Gewalt wurden, Aussteiger, die früher selbst einmal gegen das politische System der Bundesrepublik gekämpft haben. Das Seminar bietet erfahrungsgestützte Einblicke, die in der Öffentlichkeit selten eine Rolle spielen. Es sollte mindestens drei Monate vorab gebucht werden, kann aber auch mit Videoeinspielungen durchgeführt werden.

Die Seminare werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert.


Kontakt

Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Genslerstr. 66
13055 Brerlin
Tel.: 030 / 986082-418
Fax: 030 / 986082-464
bildungsarbeit1 [at] stiftung-hsh.de

Logo Demokratie leben

Internetauftritt des BMFSFJ

Internetauftritt des Programms "Demokratie leben!"